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Deutsche aus Russland - Wanderausstellung zu Geschichte und Gegenwart

läuft bis zum Fr, 30.11.2018
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Zyklus der Geschichte © Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.Bild vergrößern INTEGRATION ALS ERFOLGSGESCHICHTE

Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart

Die Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ informiert auf 20 Stellwänden über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ihre Geschichte. Sie wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland konzipiert und mit Mitteln des Bundesministeriums des Inneren und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge realisiert. Projektleiter ist Jakob Fischer.

Ausgelöst worden war die große Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22. Juli 1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen, die den deutschen Einwanderern Privilegien wie eine eigenständige deutsche Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und über 30 Hektar Land für jede Familie versprach. So entstanden in der Folgezeit bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, im Raum St. Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus und in Bessarabien. Die Geschichte der Deutschen in Bessarabien (1814 – 1940) hat für die Gemeinde Neu Wulmstorf eine besondere Bedeutung. Zahlreiche Familien von dort (heute: Moldawien, ein kleiner Teil davon: in der Ukraine, Gebiet Odessa), besonders aus der Siedlung Tarutino, haben nach dem Zweiten Weltkrieg in Neu Wulmstorf eine neue Heimat gefunden. Der Bessarabiendeutsche Verein in Neu Wulmstorf ergänzt die Ausstellung mit eigenen Exponaten.

Die Folgen der zwei Weltkriege und die daraus resultierenden Konflikte mit Deutschland trafen die Nachfahren der deutschen Auswanderer in der späteren Sowjetunion hart (Pogrome, Deportationen, Enteignungen und Repressalien). Sie reduzierten die deutsche Bevölkerung um zwei Drittel. In der Folge verließen viele Deutsche Russland und die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR und sind in den letzten 30 Jahren ins Land ihrer Ahnen zurückgekehrt. Die Mehrheit der Russlanddeutschen ist inzwischen gut integriert und steht für ein Beispiel der gelungenen Wiedereingliederung in Deutschland. Durch die gezeigten Informationen soll die Ausstellung auch zum Abbau von Vorurteilen und zur Verbesserung der Akzeptanz russlanddeutscher Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft beitragen.

Am 10. November bei der Ausstellungseröffnung werden u.a. auf einer Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland zu sehen sein und Projektleiter Jakob Fischer informiert mit interessanten Dokumentationen – vom glücklichen Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat und verständnisvollem Miteinander. Zudem stellen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neu Wulmstorf ihre Arbeiten über die Geschichte und (Lebens)-Geschichten der Bessarabier vor, die in Neu Wulmstorf heimisch geworden sind.

Am 11. November widmet sich eine Lesung mit passendem musikalischen Rahmen dem biografischen Roman „Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten“ von Ida Bender (geb. 1922 im wolgadeutschen Dorf Rothammel, gest. 2012 in Hamburg). Die Autorin beschreibt darin am Beispiel ihrer eigenen Familie die Geschichte der Russlanddeutschen von den ersten deutschen Kolonisten an der unteren Wolga im 18. Jahrhundert bis zur Rückkehr nach Deutschland 1991.

 (nw/sly)

Rubrik
Kunst-/Ausstellungen
Heimatkunde/Heimatgeschichte

Veranstalter
Gemeinde Neu Wulmstorf, Alexander Weiz, Jakob Fischer, Rudolf Bender, Sophie Wagner, Bessarabiendeutschen Verein, Gymnasium Neu Wulmstorf
Kontaktdaten
Telefon: 040 70078-0
Veranstaltungsinformationen
Informationen zur Wanderausstellung
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